Tradition, Gemeinschaft und närrisches Brauchtum aus Sandweier
Die Narrenzunft Topiknollen Sondwier 1996 e. V. ist seit 1996 ein fester Bestandteil der Sandweierer Fasnacht. Gegründet von einer Gruppe fasnachtsbegeisterter Sandweierer, entstand die Zunft mit dem Ziel, die alemannische Straßenfasnacht in Sandweier und der Region zu pflegen, zu bewahren und mit neuem Leben zu füllen. Seit 1998 sind die Topiknollen als eingetragener Verein organisiert.
Unser Narrenruf „Topi – Knollen“ steht dabei für eine Figur, die untrennbar mit der Geschichte und Landschaft rund um Sandweier verbunden ist.
Eine Knolle als Namensgeber
Bei der Gründung stellte sich natürlich die Frage: Wie lässt sich die Verbundenheit mit Sandweier in einer eigenen Narrenfigur zum Ausdruck bringen?
Die Antwort war schnell gefunden: Topinambur – beziehungsweise die Topinamburknolle.
Die Pflanze ist in der Region seit jeher bekannt und gab der neuen Narrenzunft ihren unverwechselbaren Namen. Aus der Knolle wurde die Topiknolle – und damit eine eigenständige Fasnachtsfigur mit starkem Bezug zu Sandweier.
Die handgeschnitzten Holzmasken stellen die charakteristische Knolle dar. Das Häs greift mit seinen grünen, braunen und gelblichen Elementen die Farben und das Erscheinungsbild der Topinamburpflanze auf.
So verbindet die Figur Natur, Heimat und Fasnacht auf eine ganz besondere Weise.
Das Häs der Topiknollen
Zur vollständigen Figur gehören neben der geschnitzten Holzmaske auch der Schellengurt und der traditionelle Stock.
Der Stock steht symbolisch für das Wachstum der Topinamburpflanze, die eine beachtliche Höhe erreichen kann. Die Schellen greifen wiederum die Vielzahl der Knollen auf, die sich an einer einzelnen Pflanze bilden können.
Wenn die Topiknollen bei einem Umzug gemeinsam auftreten und ihren charakteristischen Topiknollenschritt zeigen, wird es entsprechend laut: Die Schellen werden rhythmisch eingesetzt und verleihen dem Auftritt seine ganz eigene Dynamik.
Der Topiknollenschritt ist damit weit mehr als nur eine Bewegung im Umzug. Er gehört zum charakteristischen Erscheinungsbild der Zunft und macht die Topiknollen auch akustisch unverwechselbar.
Fasnacht, Umzüge und Narrentreffen
Im Mittelpunkt unseres Vereinslebens steht natürlich die fünfte Jahreszeit.
Die Topiknollen nehmen an Fasnachtsumzügen, Narrentreffen und weiteren Veranstaltungen in Sandweier und der Region teil. Dabei steht nicht nur der eigene Auftritt im Vordergrund. Ebenso wichtig sind die Begegnungen mit befreundeten Narrenzünften, Vereinen und Fasnachtsgruppen sowie das gemeinsame Feiern und Pflegen des närrischen Brauchtums.
Auch in Sandweier selbst sind die Topiknollen regelmäßig aktiv. Ein fester Bestandteil der örtlichen Fasnacht ist das traditionelle Narrenbaumstellen. Dieses wird von den Topiknollen organisiert und markiert den Beginn der heißen Phase der Fasnacht. Für 2025 ist das Narrenbaumstellen am „Sternen“ dokumentiert; auch im offiziellen Veranstaltungskalender Sandweiers war das Narrenbaumstellen der Topiknollen für den 24. Januar 2026 angekündigt.
Zum närrischen Vereinsprogramm gehören darüber hinaus Veranstaltungen wie Schlämple und Kehraus. Der „Sternen“ bildet dabei seit vielen Jahren einen wichtigen Treffpunkt für das Vereins- und Fasnachtsleben.
Mehr als nur Fasnacht
Die Topiknollen verstehen sich nicht ausschließlich als Fasnachtsverein. Gemeinschaft und Vereinsleben spielen eine ebenso wichtige Rolle.
Der „Sternen“ ist dabei eng mit der Geschichte der Zunft verbunden. Bereits seit vielen Jahren wird das Gebäude als Vereinsheim beziehungsweise Treffpunkt genutzt. Der Verein hat dort immer wieder mit großem ehrenamtlichem Engagement Hand angelegt. Besonders eindrucksvoll war die Sanierung des Sternen-Daches im Jahr 2017: Innerhalb von nur vier Wochen wurden die Arbeiten mit insgesamt 1.130 Arbeitsstunden von 41 Helferinnen und Helfern abgeschlossen.
Auch außerhalb der Fasnachtszeit zeigt sich die Bedeutung des Sternen als Ort der Begegnung. Heute nutzen beispielsweise auch andere Sandweierer Vereine die Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Versammlungen.
Damit leisten die Topiknollen einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in Sandweier – und zeigen, dass Vereinsgemeinschaft weit über die närrische Jahreszeit hinausgeht.
Eine Zunft mit Geschichte und Zukunft
Seit der Gründung im Jahr 1996 hat sich aus einer kleinen Gruppe Fasnachtsbegeisterter eine etablierte Narrenzunft entwickelt. Das 22-jährige Vereinsjubiläum wurde 2018 mit einem dreitägigen Fest im eigenen Vereinsheim gefeiert. Bei diesem Anlass wurden zahlreiche langjährige Mitglieder für ihre Vereinszugehörigkeit geehrt. Als Gründungsvater wurde dabei insbesondere der damalige und heutige Oberzunftmeister Marco Götz hervorgehoben.
Heute stehen die Topiknollen für eine Mischung aus alemannischer Fasnacht, Sandweierer Heimatverbundenheit, gelebtem Brauchtum und kameradschaftlichem Vereinsleben.
Die Figur der Topiknolle macht dabei deutlich, wofür die Zunft steht: Sie ist in Sandweier verwurzelt, auffällig, eigenständig und mit ordentlich Schellengeläut ausgestattet.
Topi – Knollen!



